Die 25 km Schlaglöcher von der Lodge runter nach Kisoro wollen wir uns mit den Rädern nicht an tun und chartern deshalb einen Jeep und auch der braucht für die Strecke eineinhalb Stunden. Die Strecke wäre eigentlich wunderschön, vorbei am malerischen Lake Mutanda, aber die Straße ist jenseits von Gut und Böse. Ab Kisoro geht es endlich weiter auf dem Fahrrad. Bis zur ruandischen Grenze sind es nur zehn km und die Abfertigung läuft problemlos. Jetzt fahren wir auch wieder auf der richtigen (rechten) Seite und befinden uns in der gleichen Zeitzone wie zu Hause.
Im Vergleich zu vielen asiatischen Ländern und Argentinien und Chile haben wir Uganda schon als recht sauber empfunden, abgesehen vom extremen Staub überall, aber hier in Ruanda wirkt dann alles geschleckt und der Staub ist auch verschwunden. Die Straßen schön geteert, adrette Häuschen, ordentliche Schulen, Hochschulen, Krankenhäuser. Mal schauen ob es so bleibt wenn wir die Hauptstraßen wieder verlassen. Ruanda gilt als das dichtest besiedelte Land der Erde und der Straßenrand links und rechts ist auch wirklich gesäumt von Fußgängern, allerdings sind sie hier noch fotoscheuer als in Uganda. Dabei gäbe es so wunderbare Motive. Frauen in sehr traditionellen Gewändern, die grazil unglaubliche Lasten auf ihren Köpfen balancieren, Fahrradtaxis, alle mit Nummer registriert aber sobald man die Kamera zückt werden sie sauer. Und es gibt Cafés, die richtigen Kaffee anbieten, nicht nur Nescafé.
Freitag, 6. Juli 2018
Donnerstag, 5. Juli 2018
Gorillas, Golden Monkeys und sonstiges
Wir sind in unserer vorgebuchten luxury Gorilla Safari Lodge angelangt. Auf den ersten Blick ist auch alles sehr luxuriös, wir erhalten gleichmal heiße Waschlappen (sind auch bitter nötig), eine Handmassage und unser Gepäck wird entstaubt. Genau hinschauen darf man allerdings nirgends. Aber wir haben einen hübschen Bungalow und das Personal ist wirklich reizend. Am Nachmittag unternehmen wir einen Dorfrundgang bei dem in erster Linie Touristen abgezockt werden. Erst zeigen uns die Frauen wie sie Körbchen und Teller flechten, dann singen und hüpfen sie noch rum, dann geht es zu einem, der Chameleons hält, schließlich zu einem Pygmäendorf, die einem zeigen wie man Feuer macht und schließlich auch rumhopsen und alle wollen natürlich Geld für ihre grandiosen Darbietungen. Der absolute Hammer ist allerdings die Dorfschule, eine Ansammlung von Ruinen in Staub und Dreck, drei Kinder teilen sich ein Bett und wir haben nicht den Eindruck dass die Kinder dort wirklich was lernen. Sie führen für uns eine halbe Stunde lang Gesänge und Tänze auf und auch die nächsten Tage hören wir von unserer Lodge aus immer wieder diese Aufführungen wenn andere Touris durchs Dorf getrieben werden. Und drum herum befinden sich mindestens fünf Lodges die bis zu US$ 300,- pro Nacht nehmen.
Am nächsten Tag geht es endlich zu den Gorillas. Erst auf einem recht schönen Pfad, dann steil bergab durch dichten Dschungel und wir haben wieder mal richtig Glück, denn schon nach einer Stunde stehen wir mitten unter den Gorillas. Ein kleiner Gorilla will Péter gleich an die Wäsche aber die alten sind ganz ruhig und gelassen und füttern in aller Seelenruhe ihr Grünzeug. Zum Teil sind sie nur einen Meter entfernt. Ein wirklich einmaliges Erlebnis.
Ähnlich schön ist unser Ausflug zu den Golden Monkeys, den sehr seltenen Goldmeerkatzen. Allerdings müssen wir dafür zweieinhalb Stunden über brutale Schotterstraßen in den Mgahinga Park fahren. Die Vegetation ist dort ganz anders, Hollerbüsche, Bambus und Zedern, wir befinden uns auf 2600m Höhe und haben einen phantastischen Blick auf die Vulkane an der kongolesischen Grenze.
Die Goldmeerkatzen sind natürlich viel agiler als die massigen Gorillas und turnen waghalsig über unseren Köpfen rum. Auch hier scheinen die massiven Schutzmaßnahmen zu greifen und sie vermehren sich schön langsam wieder.
Mittwoch, 4. Juli 2018
Von Ishasha bis Bwindi
Von unserer wunderschönen Ishasha Jungle Lodge aus unternehmen wir einen Village Walk mit guide. Er führt uns zu diversen Familien und zeigt uns was sie so alles anbauen, Sesam, Maniok, Hirse, Sorgum und vieles mehr. Am Ende der Tour besuchen wir noch eine Grundschule. Der Direktor lädt uns in sein „Büro“ und erklärt uns wie hier alles so funktioniert. Von sieben bis acht werden die Kinder erstmal auf Sauberkeit und Läuse untersucht, dann ist zwei Stunden freies Spielen, danach gibts Brotzeit und dann ist doch tatsächlich Unterricht, zumindest zwei Stunden lang, gefolgt von Mittagessen, Spielen und nochmal zwei Stunden Unterricht. Kein Wunder dass sich der englische Wortschatz auf „how are you?“ und „give me MY money“ beschränkt. Ein Lehrer verdient im Monat umgerechnet € 30.- und die Lebenshaltungskosten sind so billig hier nicht.
Am nächsten Tag rattern wir vorbei an Antilopenherden Richtung Kanungu. Nach dem mehr oder weniger unbesiedelten Park müssen wir uns erst wieder daran gewöhnen dass von überall die Musungo Rufe ertönen. Manche Frauen sind immer noch sehr schön traditionell gekleidet und tragen ihre schweren Lasten auf dem Kopf, aber sie weigern sich sich fotografieren zu lassen oder wollen Geld. Diese Art der Bettelei wollen wir aber auf keinen Fall unterstützen. Die Angst vorm fotografiert werden hat jedoch auch seine guten Seiten. Werden wir mal wieder von einer Horde Kinder belagert brauchen wir nur die Kamera zu zücken und husch nehmen alle reißaus.
Der gestrige Tag führte uns dann durch eine wunderschöne Landschaft mit Teeplantagen und Seidenkiefern war aber auch brutal anstrengend. 50 km auf einer Schotterstraße und ständig bergauf, bergab, dann noch weitere 25km auf der Teerstraße bis Muko. Wir waren ziemlich bedient und in Muko gab es wider Erwarten keine richtige Unterkunft, zumindest nicht in unmittelbarer Umgebung. Wir waren ziemlich bedient. Aber dann stand da ein Bus und wir dachten es wäre ein Matatu das wir vielleicht chartern könnten, aber es waren zwei Holländer mit ihrem Fahrer und guide. Sie packten uns kurzerhand in ihren Bus und dann rumpelten wir in zwei Stunden die 20/25 km zu ihrer Lodge
rauf! Auf so einer Straße bin ich in meinem Leben noch nicht gefahren. Mit dem Fahrrad unmöglich.
Und so sitzen wir nun entgegen unseren Planungen in der Bwindi Backpackers Lodge, die der Besitzer als very luxury anpreist, naja, aber wenigstens gibt es gutes Essen und kalte Getränke.
Unsere Holländer sind gerade auf dem Gorillatrekking und wir sind schon gespannt was sie uns berichten.
Für morgen haben wir auf jeden Fall schon einen Transfer zu unserer gebuchten Lodge organisiert. Die ist zwar gar nicht so weit entfernt aber unser Wirt meint mit dem Auto dauert es eine dreiviertel Stunde und der afrikanische Zeitbegriff ist sehr dehnbar.
Am nächsten Tag rattern wir vorbei an Antilopenherden Richtung Kanungu. Nach dem mehr oder weniger unbesiedelten Park müssen wir uns erst wieder daran gewöhnen dass von überall die Musungo Rufe ertönen. Manche Frauen sind immer noch sehr schön traditionell gekleidet und tragen ihre schweren Lasten auf dem Kopf, aber sie weigern sich sich fotografieren zu lassen oder wollen Geld. Diese Art der Bettelei wollen wir aber auf keinen Fall unterstützen. Die Angst vorm fotografiert werden hat jedoch auch seine guten Seiten. Werden wir mal wieder von einer Horde Kinder belagert brauchen wir nur die Kamera zu zücken und husch nehmen alle reißaus.
Der gestrige Tag führte uns dann durch eine wunderschöne Landschaft mit Teeplantagen und Seidenkiefern war aber auch brutal anstrengend. 50 km auf einer Schotterstraße und ständig bergauf, bergab, dann noch weitere 25km auf der Teerstraße bis Muko. Wir waren ziemlich bedient und in Muko gab es wider Erwarten keine richtige Unterkunft, zumindest nicht in unmittelbarer Umgebung. Wir waren ziemlich bedient. Aber dann stand da ein Bus und wir dachten es wäre ein Matatu das wir vielleicht chartern könnten, aber es waren zwei Holländer mit ihrem Fahrer und guide. Sie packten uns kurzerhand in ihren Bus und dann rumpelten wir in zwei Stunden die 20/25 km zu ihrer Lodge
rauf! Auf so einer Straße bin ich in meinem Leben noch nicht gefahren. Mit dem Fahrrad unmöglich.
Und so sitzen wir nun entgegen unseren Planungen in der Bwindi Backpackers Lodge, die der Besitzer als very luxury anpreist, naja, aber wenigstens gibt es gutes Essen und kalte Getränke.
Unsere Holländer sind gerade auf dem Gorillatrekking und wir sind schon gespannt was sie uns berichten.
Für morgen haben wir auf jeden Fall schon einen Transfer zu unserer gebuchten Lodge organisiert. Die ist zwar gar nicht so weit entfernt aber unser Wirt meint mit dem Auto dauert es eine dreiviertel Stunde und der afrikanische Zeitbegriff ist sehr dehnbar.
Mittwoch, 27. Juni 2018
Queen Elizabeth Nationalpark
Von Kasese zum Queen Elizabeth Nationalpark sind es nur knappe 45 km und die einzige „Attraktion“ auf der Strecke ist das Äquatormonument. Wir befinden uns jedenfalls ab jetzt auf der Südhalbkugel. Auf den Tipp unserer netten Wirtin in Fort Portal quartieren wir uns in der Tembo Lodge ein, eigentliche eine low budget lodge aber wir bekommen das cottage mit einer Veranda direkt über dem Kazinga Channel, der den Lake George mit dem Lake Edward verbindet und unter uns im Wasser tummeln sich die Flusspferde. Seentechnisch ist hier das englische Königshaus übrigens sehr gut vertreten, Edward, George, Albert, Victoria.Weiter unten könnt ihr den Blick von der Veranda bei Bezug und dann eine halbe Stunde später sehen 😉.
Super genial ist der Koch der Lodge. Zwei ausgediente Autofelgen dienen als Feuerstelle, darauf kommt dann der Topf und die Pfanne und schon zaubert er für uns köstlichen Fisch oder Gockerl in immer neuen Variationen. Solltet ihr übrigens der Meinung sein, dass wir hier mehr essen als radeln muss ich gestehen dieser Verdacht ist nicht unbegründet 😄.
Am frühen Morgen des nächsten Tages geht es zum „game drive“. Mit einem alten Toyotabus rumpeln wir kreuz und quer über die Pisten und halten Ausschau nach wilden Tieren und wir werden fündig. Elefanten, Löwen, Wasserböcke, Antilopen, Sattelstorch, Kaffernbüffel und natürlich die überall in den Tümpeln rumliegenden Hippos. Bei einer Bootsfahrt auf dem Kazinga Channel am Nachmittag können wir uns davon überzeugen dass sie definitiv nicht vom Aussterben bedroht sind. Sie leben gerne in Gemeinschaft mit Krokodilen oder besser gesagt umgekehrt. Der Dung der Flusspferde lockt viele Fische an und die Krokodile brauchen nur das Maul aufreißen.
Wir bleiben einen Tag länger als geplant und fahren bzw. lassen uns in die Kalinzu Forest Reserve fahren zum Schimpansentrekking. Ein unglaublich schönes Erlebnis. Wir stapfen eine Stunde durch dichten Dschungel und auf einmal hören wir sie. Sie kündigen offensichtlich unsere Ankunft an.
Und dann turnen sie über unseren Köpfen rum, fläzen sich faul in der Astgabel, dazwischen gibt es ein paar lautstärke Auseinandersetzung und aufgepasst wenn ein plätscherndes Geräusch zu hören ist, dann schnell das Weite suchen sonst werden die Haare mit Schimpansenpipi gewaschen. Ein Stunde dürfen wir sie beobachten dann dürfen sie wieder unbehelligt durch den Urwald streifen.
Wir ändern unseren ursprünglichen Plan auf der Hauptstraße direkt nach Süden zu fahren und radeln stattdessen auf einer ziemlichen Holperpiste quer durch den Park bis Ishasha. Die Straße führt durch eine wunderschöne Feuchtsavannenlandschaft, zwischendurch quert ein Elefant die Straße, dann sitzen ein paar Paviane am Wegesrand. Ja und wir sitzen jetzt in einer traumhaft schönen (und auch teuren) Lodge kurz vor Ishasha und verfolgen mit Entsetzen dass Deutschland wohl den Rückflug buchen kann. Leider oder vielleicht Gott sei Dank ohne Fernseher, nur Liveticker. Egal wir lassen es uns jetzt trotzdem schmecken.
wunderbarer Blick auf den Kazinga Channel bei unserer Ankunft
unter uns die Flusspferde
Blick auf den Kazinga Channel 20 Minuten nach unserer Ankunft
Super genial ist der Koch der Lodge. Zwei ausgediente Autofelgen dienen als Feuerstelle, darauf kommt dann der Topf und die Pfanne und schon zaubert er für uns köstlichen Fisch oder Gockerl in immer neuen Variationen. Solltet ihr übrigens der Meinung sein, dass wir hier mehr essen als radeln muss ich gestehen dieser Verdacht ist nicht unbegründet 😄.
Am frühen Morgen des nächsten Tages geht es zum „game drive“. Mit einem alten Toyotabus rumpeln wir kreuz und quer über die Pisten und halten Ausschau nach wilden Tieren und wir werden fündig. Elefanten, Löwen, Wasserböcke, Antilopen, Sattelstorch, Kaffernbüffel und natürlich die überall in den Tümpeln rumliegenden Hippos. Bei einer Bootsfahrt auf dem Kazinga Channel am Nachmittag können wir uns davon überzeugen dass sie definitiv nicht vom Aussterben bedroht sind. Sie leben gerne in Gemeinschaft mit Krokodilen oder besser gesagt umgekehrt. Der Dung der Flusspferde lockt viele Fische an und die Krokodile brauchen nur das Maul aufreißen.
Wir bleiben einen Tag länger als geplant und fahren bzw. lassen uns in die Kalinzu Forest Reserve fahren zum Schimpansentrekking. Ein unglaublich schönes Erlebnis. Wir stapfen eine Stunde durch dichten Dschungel und auf einmal hören wir sie. Sie kündigen offensichtlich unsere Ankunft an.
Und dann turnen sie über unseren Köpfen rum, fläzen sich faul in der Astgabel, dazwischen gibt es ein paar lautstärke Auseinandersetzung und aufgepasst wenn ein plätscherndes Geräusch zu hören ist, dann schnell das Weite suchen sonst werden die Haare mit Schimpansenpipi gewaschen. Ein Stunde dürfen wir sie beobachten dann dürfen sie wieder unbehelligt durch den Urwald streifen.
Wir ändern unseren ursprünglichen Plan auf der Hauptstraße direkt nach Süden zu fahren und radeln stattdessen auf einer ziemlichen Holperpiste quer durch den Park bis Ishasha. Die Straße führt durch eine wunderschöne Feuchtsavannenlandschaft, zwischendurch quert ein Elefant die Straße, dann sitzen ein paar Paviane am Wegesrand. Ja und wir sitzen jetzt in einer traumhaft schönen (und auch teuren) Lodge kurz vor Ishasha und verfolgen mit Entsetzen dass Deutschland wohl den Rückflug buchen kann. Leider oder vielleicht Gott sei Dank ohne Fernseher, nur Liveticker. Egal wir lassen es uns jetzt trotzdem schmecken.
wunderbarer Blick auf den Kazinga Channel bei unserer Ankunft
unter uns die Flusspferde
Blick auf den Kazinga Channel 20 Minuten nach unserer Ankunft
Samstag, 23. Juni 2018
Impressionen vom Straßenrand
Hier ein paar Eindrücke vom Straßenrand. Man beachte das Prinzessinenkleidchen! Da weiß man wo unsere Altkleider landen.
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Blick aus dem tren a las nubes
kleiner Imbiss zwischendurch
Quebrada de la Fechas





























































